Ginkgo oder Ginko? Antworten zum Thema Ginko biloba

31.05.2017 09:14

Ginkgo: Als Schmuck, ob in Form von Broschen, in Gestalt von Brisuren, Durchziehern, Ohrsteckern oder wunderschönen Anhängern, finden Sie dieses symbolträchtige Blatt des Ginkgo Baumes auf unserem Portal ute24shop. Grund genug, Ihnen in unserem aktuellen Blogartikel einmal darüber zu berichten, was genau es mit diesem Gewächs, nicht nur biologisch, auf sich hat.

Die naturkundliche Seite des Ginkgo Baumes

Der Ginkgo oder „Ginko“, wie er auch nach seiner biologischen Bezeichnung „Ginko biloba“ geschrieben wird, ist ursprünglich eine in China beheimatete, heutzutage weltweit angepflanzte Baumart. Er ist der einzige lebende Vertreter einer ansonsten ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen, wobei natürliche Populationen nur aus zwei Provinzen im Südwesten Chinas bekannt sind. In Ostasien wird das Gewächs wegen seiner essbaren Samen sowie als Tempelbaum kultiviert. Niederländische Seefahrer brachten es aus Japan nach Europa, wo es seit etwa 1730 als Zierbaum gepflanzt wird.

Ginkgo ist ein sommergrüner Baum und das bedeutet, dass er im Herbst seine Blätter abwirft. Er kann mit 1000 Jahren und älter ein wahrhaft methusalemisches Alter und Wuchshöhen bis zu 40 Metern bei einem Brusthöhendurchmesser (BHD) von 1 bis 4 Metern erreichen. Es ist ein Exemplar aus Korea bekannt, das eine Höhe von 64 Metern und einen BHD von 4,45 Metern aufweist, ein wahrhaft majestätischer Ginkgo Baum! Als junges Gewächs entwickelt er sich meist schlank und in der Höhe auffallend gerade mit einem pyramidenförmigen Umriss. Bei einem älteren Baum ab einem Alter von etwa 25 Jahren, bewegen sich die Äste zunehmend in die Waagerechte und können so eine ausladende, mächtige Baumkrone bilden. Das harzfreie, weiche, leichte Holz weist eine feine Textur auf, ähnlich der entwicklungsgeschichtlich jüngeren Koniferen. Ginkgo ist ein Windbestäuber, der im März blüht, wobei männliche und weibliche Pflanzen existieren.

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Ginkgo Baumes

Mesophytische Mischwälder, wie der Fachmann sagt, also mäßig feuchte Orte, die einst das Hügelland des Flusses Jangtsekiang bedeckten, sind das ursprüngliche Gebiet, in dem sich das Gewächs verbreitete. Dokumente aus dem 11. Jahrhundert nennen eine Region südlich des eben genannten Flusses, als originäre Geburtsstatt des Ginkgo Gewächses. Auch in den angrenzenden Gebieten der chinesischen Provinz Guizho sind zahlreiche kleinere Populationen vorhanden, die gleichfalls als natürliche Vorkommen des Ginkgos eingeschätzt werden.

Was benötigt der Ginkgo Baum zum Gedeihen?

Da dieses Gewächs äußerst unempfindlich gegen Schadstoffe in der Luft ist, eignet es sich hervorragend zur Säumung von Straßen und Parks. In Berlin wurde bei der langjährigen Kultur als Straßenbaum festgestellt, dass er gegen Abgase der Autos aber auch Streusalz resistent, in jungen Jahren allerdings empfindlich gegen Frost ist. Generell ist er in den gemäßigten Zonen eine wichtige Alternative zu anderen Park- und Straßenbäumen dar, eine Möglichkeit die vielfach genutzt wird. Darüber hinaus ist er besonders gegen Insektenfraß sowie durch Pilze, Viren und Bakterien ausgelöste Krankheiten widerstandsfähig und erträgt, als ausgewachsener Baum, Temperaturen von bis zu minus 30 Grad Celsius. Ginkgo wächst sowohl auf sauren als auch auf alkalischen Böden, wobei er jedoch auf saurem Boden nicht so gut gedeiht. Sehr nasse aber auch besonders trockene Böden toleriert der Ginkgo Baum. Angepflanzte Ginkgo Bäume in den USA zeigten ein gutes Wachstum bei reichhaltigen und über das ganze Jahr verteilten Niederschlägen, wogegen das Gedeihen bei kalten Winden, subtropischen, sehr hohen Temperaturen während der Vegetationsperiode eine schlechte Entwicklung die Folge war.

Der Ginkgo Baum und seine Reise um die Welt

Ab etwa 1000 nach Christi fand er in ganz Ostasien Verbreitung als Tempelbaum und gelangte auch auf die koreanische Halbinsel sowie nach Japan. Von hier aus gelangten die ersten Ginkgo Pflanzen um das Jahr 1730 nach Europa und wurden im botanischen Garten der Universität Utrecht in den Niederlanden aufgezogen, wobei einige Exemplare 1754 nach Kew Gardens in England gelangten. In die USA, genauer gesagt nach Philadelphia, kamen 1784 ebenso einige Ginkgo Gewächse.

Und hierzulande?

Historische Burg mit Ginkgo BäumenMan sagt, dass der älteste Ginkgo Baum Deutschlands in Rödelheim, einem Frankfurter Stadtteil, stehe, der um das Jahr 1750 angepflanzt worden sei. Der Schlossparkt Harbke, gelegen in Sachsen-Anhalt, beheimatet in seinem umfangreichen Baumbestand ebenfalls eines der ältesten Ginkgo Exemplare, das um das Jahr 1758 gepflanzt worden ist. Ein weiterer, etwa im Jahr 1780 gepflanzter Ginkgo, befindet sich im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel. Darüber hinaus gibt es auch in Dresden, Leipzig und Mannheim sehr alte Ginkgo Bäume. Im Botanischen Garten Jena gedeiht am Fürstengraben neben dem alten Inspektorenhaus ein angeblich Ende des 18. Jahrhundert gepflanzter Ginkgo, dessen Anbau Johann Wolfgang von Goethe zugeschrieben wird. In Weimar, ebenso einer bedeutsamen Wirkungsstätte Goethes, befindet sich sogar ein Ginkgo Museum.

Die Verwendung des Ginkgo Baumes als Nahrungsmittel

In Asien werden mehrere Zuchtreihen des Ginkgo Baumes mit verschiedenen Qualitäten als Nahrungspflanze gezüchtet. Genutzt wird der Kern des Samens, der jedoch gegart werden muss. In Japan dienen die geschälten Ginkgo Samen in kleinen Mengen als Beilage zu diversen Gerichten. Teilweise werden sie im Reis mit gekocht, als Einlage in Eierstich-Gerichten verspeist oder geröstet und gesalzen als Knabberei genossen und dienen in der asiatischen Küche als Gewürz. Die Samen werden dabei von ihrer harten Schale befreit, und lediglich der gelbe Innenkern wird verwendet. In Europa sind diese meist nur als Konserven erhältlich. Auch eine kleine Anekdote soll nicht fehlen: Im 11. Jahrhundert nach Christi Geburt sollen diese „Nüsse“ so geschätzt worden sein, dass der Kaiser von China die Samen als Tributzahlung von den südöstlichen Provinzen gefordert haben soll.

Die Nutzung in der Medizin

Verwendung finden spezielle Extrakte aus den Ginkgo Blättern für die Behandlung von Demenz. Bei Ginkgo-basierten Nahrungsmitteln aus Supermärkten und Drogerien ist dagegen abzuraten, da die gewünschte Wirksamkeit meist unklar und deren Qualität meist fragwürdig ist. Arzneimittel dagegen können eine Zunahme von Acetylcholin bewirken. Acetylcholin ist der wichtigste Neurotransmitter im menschlichen Organismus, der wegen seiner elementaren Steuerungsfunktion von vegetativen Abläufen bei Wirbeltieren immens wichtig ist. Acetylcholin ist der vermittelnde Transmitter zwischen Nervenendigung und Muskelfaser. Bei Demenz besteht im Gehirn ein Mangel dieses Stoffes. Acetylcholin kann für eine gewisse Zeit kognitive Parameter verbessern, damit die geistige Leistungsfähigkeit steigern und das tägliche Leben erleichtern. Laut einer im Jahr 2014 publizierten französischen Studie scheinen Patienten, die an der Alzheimer-Krankheit leiden, von der parallelen Einnahme der Ginkgo-Arzneimittel, neben anderen Medikamenten, zu profitieren. Generell jedoch gilt die medikamentöse Therapie von Demenz-Erkrankungen aktuell noch als äußerst bescheiden. Ginkgo-Spezialextrakte fördern weiterhin die Durchblutung und verbessern die Fließeigenschaften des Blutes. Im Gegensatz zur pharmakologischen Nutzung in der klassischen und hierzulande üblichen Humanmedizin, werden in der traditionellen chinesischen Medizin nicht nur die Blätter, sondern auch die Samen und Wurzeln der Ginkgo Baumes genutzt.

Der Ginkgo Baum in der Literatur

Zur Verbreitung und zum Bekanntheitsgrad in Deutschland hat nicht zuletzt das Gedicht von Goethe mit dem Titel „Gingo biloba“ besonders beigetragen. Dies schrieb Goethe mit 66 Jahren im September 1815 und veröffentlichte es 1819 in seiner mittlerweile weltberühmten Sammlung „West-östlicher Diwan“. „Gingo biloba“ ist Goethes später Liebe Marianne von Willemer gewidmet und stellt das Ginkgo Blatt aufgrund seiner Form als Symbol der Freundschaft dar. Den Brief mit dem Gedicht, dem Goethe zwei Ginkgo Blätter beilegte, können Sie heute im Goethe-Museum in Düsseldorf besichtigen, in dessen unmittelbarer Umgebung auch zahlreiche Ginkgo Bäume stehen.

Der Ginkgo Baum und seine Symbolik

Der Grund für die bis heute große und anhaltende Bedeutung des Ginkgo Baumes für Kunst, Heilkunde und Kultur ist in der chinesischen Philosophie sowie des ansprechenden Aussehens des Baumes und seiner Blätter zu suchen. Seit langem wird der Ginkgo als Kraft spendend und lebensverlängernd verehrt. Die Japaner und Chinesen huldigen dem Ginkgo seit Jahrhunderten wegen seiner Lebenskraft als heiligem Baum und beten unter ihm um die Erfüllung ihrer Wünsche. Auch in Mythen und Geschichten ist der Ginkgo Baum als Bewohner von Geistern anzutreffen und daher einerseits gefürchtet, andererseits hoch geschätzt. In Japan steht er unter Naturschutz. Weiterhin wurde das in der Pflanzenwelt einzigartige zweigeteilte Blatt, neben dem schon erwähnten Wahrzeichen der Freundschaft, schon früh eng mit dem Symbol von Yin und Yan in Verbindung gebracht. Sie stehen für polar entgegengesetzte und dennoch aufeinander bezogene Kräfte oder Prinzipien, in dem das weiße Yang, für das männliche und das schwarze Yin für das weibliche Element gegenüberstellend abgebildet werden.

Die Einzigartigkeit der Natur wurde wieder einmal durch folgende, beinahe unglaubliche Tatsache manifestiert: Nur 800 Meter von dem Detonationszentrum der ersten Atombombe in Hiroshima entfernt, spross knapp ein Jahr nach dem Abwurf der Bombe, nämlich im Frühling des Jahres 1946, ein frischer Trieb aus dem völlig zerstört geglaubten Wurzelstock eines dortigen Ginkgo Baumes. Dieses Geschehen wird heute mit Recht das „Wunder von Hiroshima“ bezeichnet, da der Baum aus der nuklearen Zerstörung hervor wuchs. Zu wünschen ist, dass auch in Fukushima wieder ein Ginkgo Baum wächst, der damit in unserem 21. Jahrhundert der Asche der atomaren Katastrophe neues Leben abringen würde.

So nimmt es nicht Wunder, dass das Ginkgo Blatt auch zum Symbol der „Deutschen Umweltstiftung“ wurde, ein globales Wahrzeichen von universaler Bedeutung und Geltung. Dieser „Weltbaum“, der mit seiner Kraft und Widerstandsfähigkeit allen bisherigen Herausforderungen seines nun schon 300 Millionen dauernden Lebens erfolgreich getrotzt hat, wird mit Recht von den Japanern verehrt. Vergangenheit und Gegenwart, Ost und West, Lokales wie Globales findet im Ginkgo Baum seine harmonische Symbiose. Zum Jahrtausendwechsel erklärte dann auch das deutsche „Kuratorium Baum des Jahres“ den Ginkgo biloba, als Mahnmal für Frieden und Umweltschutz, zum „Baum des Jahrtausends“. Nicht zuletzt trotzte und trotzt der Ginkgo Baum erfolgreich drastischen Klimaveränderungen und, wie Sie lesen konnten, sogar atomaren Katastrophen. Überdies ist das Ginkgo Blatt das Logo der „Tokyo University“, also der Universität Tokio sowie der „Sungkyunkwan University“ in Südkorea.

Schlussbetrachtung

Wie Sie erfahren konnten, verbinden sich mit dem Ginkgo Baum eine Vielzahl von interessanten Fakten, aber ebenso auch Mythen und Sagen. Die Symbolkraft dieses Baumes ist, auch wegen des „Wunders von Hiroshima“, bis zum heutigen Tag ungebrochen. Auf die Schönheit des Blattes sind wir in unseren Ausführungen ebenfalls eingegangen. Überzeugen Sie sich von den exzellenten Schmuck Designs des Ginkgo Blattes, das wir Ihnen in mannigfaltigen Ausführungen auf unserem Portal bieten, und statten Sie dabei der Seite mit den Ginkgo Schmuckanfertigungen auf unserem ute24shop einen Besuch ab, indem Sie einfach im Suchfenster den Begriff „Ginkgo“ eingeben.

Bildquellen: © Marina Lohrbach – Fotolia.com, © ovydyborets – Fotolia.com, © martinhosmat083 – Fotolia.com, © SusaZoom – Fotolia.com

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