Die Geschichte des Muttertages

23.04.2015 08:33

Ein ganz besonderer und mittlerweile traditioneller Beweggrund für das Schenken ist der Muttertag, den wir natürlich auch in diesem Jahr wieder begehen. Da wird emsig gebastelt, Blumenläden gestürmt, Konfekt gekauft oder nach einem einzigartigen Präsent gesucht, um an diesem Tag die Mutter in ihrer Eigenschaft als Seelentrösterin, Kummerkasten und treusorgendem Familienmitglied einmal mit einer Hommage zu ehren. In diesem Zusammenhang wird häufig die Behauptung aufgestellt, dass der Muttertag die Erfindung der Blumenzüchter oder der Süßwarenindustrie sei. Doch dies ist beileibe nicht richtig. Der Festtag kann nämlich auf eine eigene, interessante Historie zurückblicken, die wir Ihnen gerne heute einmal nahe bringen möchten.

Wie alles begann

Schon in dem 1890er Jahren wurde der „Frauenweltbund“ gegründet, der in internationalen Frauenkongressen für mehr Anerkennung der Mütter warb.

Die US- amerikanische Methodistin, mit Namen Ann Maria Jarvis, gilt jedoch als Begründerin des heutigen Muttertages. Am 12. Mai 1907 veranstaltete sie einen Gedenktag für ihre verstorbene Mutter, das „Memorial Mothers Day Meeting“ und drängte im Jahr darauf, am zweiten Mai-Sonntag in der Methodistenkirche ihres Heimatortes Grafton, einem Ort im US-amerikanischen Bundesstatt West Virginia, allen Müttern- und zwar noch zu Lebezeiten- zu gedenken. So ließ sie 500 weiße Nelken vor der Kirche an andere Mütter verteilen, zum Zeichen der Liebe zu ihrer verstorbenen Mutter. Frau Jarvis, die sehr schnell viele Anhängerinnen für ihre Idee gewinnen konnte, musste bis zum Jahre 1914 warten, bis der damalige Präsident der USA, Woodrow Wilson, und der amerikanische Kongress beschlossen, den zweiten Sonntag im Mai offiziell als nationalen Ehrentag für alle Mütter zu erklären. So war man sich auch darüber einig, dass der Präsident der Vereinigten Staaten an diesem Tag die öffentlichen Gebäude beflaggen solle. So geschah es auch.

Schon früher, als offiziell anerkannt, widmete sich Frau Jarvis hauptberuflich dem Ziel, den Muttertag zu festigen, so dass schon im Jahre 1909 dieser Tag in 45 Staaten der USA gefeiert wurde.

Die Anfänge internationaler Verbreitung

Bald beschränkte sich die Bewegung nicht mehr nur auf die Vereinigten Staaten, denn schon im Jahre 1912 wurde eine „Mother´ s Day International Association“ gegründet, die es sich zum Ziel setzte, den Muttertag auch international salonfähig zu machen. Nachdem sich der Muttertag ebenso in England etabliert hatte, verbreitete sich dieser Tag zur Ehrung der Mütter 1917 in der Schweiz, 1918 in Norwegen und Finnland und im Jahre 1919 in Schweden. 1923 folgte Deutschland und 1924 Österreich.

Auch in der Schweiz wurden Initiativen zur Einführung des Muttertages ergriffen. Hier waren die „Unions Chretiennes des Jeunes Gens de la Suisse romande“ und die Heilsarmee federführend. Die Heilsarmee veröffentlichte den Aufruf im Jahre 1914 in ihrem Vereinsorgan und berief sich dabei ausdrücklich auf das angelsächsische Vorbild. In der Schweiz jedoch war das Echo geteilt. Stieß der Vorschlag der Einführung eines solchen Tages in der französischsprachigen Schweiz bei reformierten Pfarren auf eine gewisse Zustimmung, so konnte die Heilsarmee in der Deutschschweiz mit ihrem Anliegen nicht Fuß fassen. Im Sommer des Jahres 1917 erließ die Heilsarmee einen generellen Aufruf zur Feier dieses Ehrentages für alle Mütter und betonte vor allem auch die religiöse Berechtigung einer solchen Anerkennung. Beide Initiativen waren erfolgreich, jedoch blieben diese bis hinein in die zwanziger Jahre auf kleinere Kreise beschränkt. Dann begannen sich die schweizerischen Verbände der Floristen, angeregt durch ihre deutschen Kollegen, sowie die Vereine der Konditor- und Gärtnermeister für den Muttertag zu engagieren, indem sie sich in Zentral- und Ortskomitees, die den Muttertag forcierten, mitarbeiteten. In der allgemeinen Öffentlichkeit jedoch blieben sie eher im Hintergrund. Aber es gab auch Aufrufe, die durch ethisch engagierte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterzeichnet wurden. Über die Presse, das Radio sowie mit Hilfe von Flugblättern und Schaufensterdekorationen der beteiligten Berufsgruppen, wurde schließlich auch in der Schweiz der Muttertag für den zweiten Maisonntag des Jahres 1930 proklamiert und gelangte damit zum Durchbruch.

Die Entwicklung des Muttertages in Deutschland

In den Jahren 1922/23 wurde dieser Tag in Deutschland vom „Verband Deutschen Blumengeschäftsinhaber“ mittels Plakaten mit der Aufschrift „Ehret die Mutter“ in den Schaufenstern initiiert und, völlig unpolitisch, als „Tag der Blumenwünsche“ gefeiert. Neben den Plakaten gab es auch kleinere Werbekampagnen und Veranstaltungen bis hin zu einer speziellen Muttertags-Poesie. Diese Aktionen führten schließlich dazu, dass dem ersten Muttertag in Deutschland am 13. Mai 1923 der Weg bereitet wurde. Ab dem Jahre 1926 wurde die Werbung für den Muttertag der „Arbeitsgemeinschaft für Volksgesundung“ übertragen, um, wie es hieß, „Kirche und Schule zu gewinnen und die Regierung dahin zu bringen, den Muttertag am zweiten Sonntag im Mai als offiziellen Feiertag festzulegen.“

Der Muttertag unter der Herrschaft der Nationalsozialisten

Im Jahr 1933 erschien den Nationalsozialisten der einfache Begriff „Muttertag“ nicht mehr ausreichend, und sie benannten ihn kurzerhand in „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“ um. Sie verknüpften die Feier des Muttertages mit ihrer Idee der „Germanischen Herrenrasse“ und feierten die deutschen Mütter äußerlich als „Volksheldinnen“. Sie sollten den „arischen“ Nachwuchs fördern. Dies hieß natürlich, ihre Rolle auf eine Art Gebärmaschine zu beschränken. Erstmals am 3. Mai-Sonntag 1934 wurde der „Gedenk-und Ehrentag der deutschen Mütter“ mit der Einführung des „Reichsmütterdienstes“ in der „Reichsfrauenführung“ begangen. Die religiöse zelebrierten Feierlichkeiten, so genannte „Mütterweihen“, wurden- in Konkurrenz zu den christlichen Feiern- auf sonntags, 10:00 Uhr verlegt. 1938 wurde zusätzlich das „Ehrenkreuz der Deutschen Mutter“ eingeführt, das am 21. Mai 1939 erstmals verliehen wurde. Dabei folgte die Einteilung des Ehrenkreuzes den damaligen Ordensstatuten und war dreistufig angelegt.

  • Die erste Stufe (also das Ehrenkreuz, auch „Mutterkreuz“ genannt, in Gold, wurde bei acht und mehr Kindern verliehen.
  • Silber gab es bei sechs oder sieben Kindern.
  • Das Abzeichen in Bronze erhielten Mütter mit vier oder fünf Kindern.
  • Das perfekte Frauenbild der deutschen Mutter entsprach dem der reinen Hausfrau, die Kinder der „arischen Rasse“ zur Welt brachte und diese versorgte und förderte. Die Ehrung sollte ein wenig die Härte des Alltages „versüßen“ und durch das Gefühl der Bedeutung, Ehre und Tradition aufgewertet werden, um auch weitere Frauen dazu zu animieren, Kinder zu gebären.

Der Muttertag in der DDR und die weitere Entwicklung

Unter sozialistischer Herrschaft wurde der Muttertag nicht offiziell begangen, sondern stattdessen der „Internationale Frauentag“ am 8. März gefeiert. Der zweite Sonntag im Mai des Jahres 1949 war der 8. Mai, so dass dieser Tag noch in der westalliierten Besatzungszone stattfand. 15 Tage später, am 23. Mai 1949, wurde das Grundgesetz verkündet und damit die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Somit beginn die neue Republik ihren ersten Muttertag erst im Jahre 1950. In Bezug auf dem Blumenverkauf genießt dieser Tag übrigens meist eine Sonderstellung, da die Blumenläden dann in der Regel ihre Pforten öffnen dürfen.

Österreich

In diesem Land gilt die Begründerin der Frauenbewegung Marianne Hainisch als Initiatorin des Muttertages, der im Jahre 1924 während der Amtszeit ihres Sohnes Michael Hainisch als Bundespräsident von Österreich eingeführt wurde. Gemeinsam mit der Pfadfinderbewegung engagierte sich Frau Hainisch als Industriellengattin für die Feier dieses Tages, der sich rasch etablierte.

Zum guten Schluss

Auch heute noch ist der Muttertag in Deutschland jedes Jahr Anlass für die rege Suche nach mal mehr mal weniger originellen Geschenken. Da jedoch ein Schmuckstück immer unvergänglich und unverwechselbarer Ausdruck einzigartiger Wertschätzung ist, schlagen wir, das Team des Portals ute24shop, Ihnen einfach einmal einen Bummel auf unseren Seiten vor. Beispielsweise finden Sie in unserem Online Shop eine einzigartige Auswahl an edlen Ketten, Armbändern und ein kleines aber feines Sortiment wunderschöner Ohrhänger. Natürlich gibt es in unserem Shop noch viel mehr an Kostbarkeiten zu entdecken. Sehen Sie sich einfach einmal um. Wir sind sicher, dass Sie bald das passende Präsent zum Muttertag gefunden haben werden!

Bildquelle: © racamani – Fotolia.com

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